Energiewende von Heide bis Rendsburg: 250.000 Euro für neues Projekt

Die Umsetzung der Energiewende umfasst weit mehr als die Produktion „grünen“ Stroms. Nachhaltige Wärme, Mobilität, Landwirtschaft und Gewerbe sind ebenfalls entscheidende Schwerpunkte. Wie solch eine sektorenübergreifende Energiewende gerade in ländlichen Bereichen aussehen kann und dabei Wertschöpfung entsteht, soll nun im Projekt INTER100 entwickelt werden.

Wie viele andere Regionen steht auch der ländliche Raum in Schleswig-Holstein vor besonderen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und noch mehr der demografische Wandel, der vielerorts eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung zur Folge haben kann, verlangt nach neuen Konzepten. Gleichzeitig sind die Auswirkungen der Energiewende vor allem abseits größerer Städte allgegenwärtig – und mancherorts auch Gegenstand deutlicher Kritik.

Dennoch bietet die Energiewende vor allem dem ländlichen Raum die Möglichkeit, langfristig zur Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovationsfähigkeit beizutragen, ist Dirk Burmeister überzeugt. „Dieses Potenzial möchten wir im Zuge des Projekts INTER100 für den Raum entlang der B203, von der Region Heide im Westen über die die Ämter Kirchspielslandgemeinden Eider und Hohner Harde bis zur Region Rendsburg im Osten analysieren“, kündigt der Vorstand der Entwicklungsagentur Region Heide an.

INTER100 steht für „Integrierte Energie Region zu 100%“. Hierfür sollen die Sektoren Erneuerbare Energien, Bioökonomie, Mobilität, Wohnen und Landwirtschaft und ihre jeweiligen Wechselwirkungen als energetische Einheit betrachtet werden. Durch diesen integrierten Ansatz wird eine hohe Effizienz ermöglicht, indem z. B. Abwärmepotenziale ausgeschöpft und für die Beheizung von Wohngebäuden zur Verfügung gestellt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Produktion von synthetischem Diesel zur Verwendung in der Landwirtschaft.

„Mit Blick auf diese Themen werden wir dezentrale und zentrale Technologieansätze untersuchen und hinsichtlich ihrer Anwendung bewerten“, erläutert Anja Träger, Projektleiterin bei der Entwicklungsagentur Region Heide. Ziel sei es, entsprechend der Stärken und Bedarfe der jeweiligen Teilräume eine optimale Verknüpfung der unterschiedlichen Sektoren zu erreichen.

Andreas Betz, Vorstand der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg unterstreicht die Bedeutung des Projektes für die teilnehmenden Kommunen: „Oftmals werden Energiewendemaßnahmen bislang nur für die Industrie oder urbane Strukturen entwickelt. Wir wollen nun den Fokus auf eine integrierte Energiewende im ländlichen Raum legen, mit den beiden Zentren Rendsburg und Heide. Dieses passt ideal zu den Zielen der Entwicklungsagenturen. Mit INTER100 werden wir hierfür ein umfangreiches Umsetzungskonzept erarbeiten.“

Die für den ersten Schritt vorgesehene Machbarkeitsstudie fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über das Förderprogramm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ mit 250.000 Euro. Koordiniert wird das Projekt INTER100 von der Entwicklungsagentur Region Heide und der Entwicklungsagentur für den Wirtschafts- und Lebensraum Rendsburg. Hinzu kommen als weitere Partner das Amt KLG Eider sowie das Amt Hohner Harde. Betrachtet werden auf diese Weise insgesamt 71 Kommunen zwischen den Kreisstädten Heide und Rendsburg.

Ebenso fördert das BMBF über „WIR!“ die Konzeptphase für das Projekt „CAPTN ENERGY SH“ in Kiel. Der Schwerpunkt liegt hier in der Erarbeitung eines effizienten Bereitstellungsmodus für Erneuerbare Energien. Ziel ist die Erarbeitung einer lokalen Wertschöpfungskette von der Energiegewinnung über den Energietransport bis hin zur Energienutzung im maritimen Sektor. Die beiden Projekte ergänzen und unterstützen sich. So kann ein noch größerer Mehrwert für eine integrierte Energiewende in Schleswig-Holstein geschaffen werden.

Im Anschluss an die Konzeptphase werden unter den sechs bundesweit ausgewählten WIR!-Projekten mit Start in 2021 drei bis vier ausgewählt, ihr Konzept umzusetzen. Die jetzige Konzeptphase hat kurzfristig zum 01.03.2021 begonnen und läuft bis 30.11.2021.

 

Inhaltliche Fragen zum Projekt beantwortet:

Anja Träger (Entwicklungsagentur Region Heide)
Tel.: 0481 – 123 703 31
E-Mail: anja.traeger@region-heide.de

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