Die Ansiedlung der Batteriefabrik Northvolt ist ein umfangreiches Projekt, das Herausforderungen und Chancen für die Region Heide mit sich bringen wird.

Daher finden Sie auf dieser Seite Antworten zu häufig gestellten Fragen (FAQ – frequently asked questions) rund um die Werksansiedlung. Die FAQ sind ein gemeinsames Informationsangebot der Projektbeteiligten: die Standortgemeinden, das Amt Heider Umland, die Stadt Heide, der Kreis Dithmarschen, die Entwicklungsagentur Region Heide, das Land Schleswig-Holstein und Northvolt. 

Die FAQ werden über den gesamten Planungszeitraum hinweg ergänzt und aktualisiert (Stand 01.09.2022).

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Erschließung

Ist die Sicherung der benötigten Flächen für die Ansiedlung bereits abgeschlossen?

Die Sicherung der Flächen befindet sich in der finalen Phase. Ein Großteil der Beurkundungen zur Sicherung der Flächen ist bereits erfolgt.

Sind Ausgleichsflächen für die Umwandlung der benötigten Flächen in Industrieflächen vorgesehen?

Ja, es ist gesetzlich klar geregelt, welche Ausgleichsmaßnahmen basierend auf den projektspezifischen Erfordernissen zu treffen sind. Northvolt ist aktuell in Abstimmung mit den entsprechenden Behörden.

Verkehr I – Bauphase

Wie wird die Fläche für den Bauverkehr erschlossen?

Die Zuwegung für den Bauverkehr wird voraussichtlich über die B203 erfolgen.

Wird der Kirchweg für den Bauverkehr genutzt?

Es ist nicht geplant, den Kirchweg für Bauverkehr zu nutzen.

Ist der Bau eines Kreisverkehrs an der Ausfahrt B203 / L155 geplant?

Basierend auf den Ergebnissen des verkehrstechnischen Gutachtens müssen Lösungswege für die unmittelbar angrenzende Verkehrsinfrastruktur erarbeitet werden. Ein  Kreisverkehr ist grundsätzlich Teil des Lösungsrahmens.

Verkehr II - Betriebsphase

Wird es im Zuge der Ansiedlung zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der A23 sowie der B203 kommen?

Im Zuge der Ansiedlung ist sowohl durch Pendlerverkehr als auch durch den Werksverkehr mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Derzeit wird im Auftrag von Northvolt ein Verkehrsgutachten erarbeitet. Auf Basis der Ergebnisse können mögliche Maßnahmen erörtert werden.

Wie kann die verkehrliche Belastung durch LKW in der Betriebsphase reduziert werden?

Northvolt, der Kreis Dithmarschen sowie das Land Schleswig-Holstein setzen sich für einen Gleisanschluss an die Marschbahn nördlich des Werkes ein, um den LKW-Verkehr deutlich zu reduzieren. Dies bedeutet auch einen besseren ökologischen Fußabdruck.

Welche alternativen Lösungen für den Güterverkehr werden in Betracht gezogen, falls ein Gleisanschluss nicht oder erst zeitlich verzögert erfolgt?

Klares Ziel ist ein Gleisanschluss. Mögliche Alternativlösung kann eine direkte LKW-Zuwegung über die B5 sein. Hier müssten noch detailliertere Planungen angestellt werden. 

Wie kann die verkehrliche Belastung durch Pendler reduziert werden? Wird Northvolt dabei auch Forderungen an den örtlichen ÖPNV richten, um Individualverkehr zu reduzieren?

Northvolt setzt sich für eine Stärkung der Marschbahninfrastruktur an der Westküste ein, um eine attraktive Pendelsituation per Zug zu ermöglichen und somit den Autoverkehr zu reduzieren. Zudem hat Northvolt ein starkes Interesse an einem modernen und zuverlässigen örtlichen ÖPNV, um den lokalen Pendlerverkehr zu reduzieren. Im Zuge des Projektes können auch neue Mobilitätskonzepte angedacht werden.

Wasser und Versickerung

Reicht das Trinkwasservorkommen in der Region überhaupt aus, um den zusätzlichen Bedarf durch die Fabrikansiedlung (Betrieb, Mitarbeiter und deren Familien etc.) zu versorgen?

Northvolt: Ja, da Trinkwasser im Verhältnis zu Grauwasser prozessbedingt nur in vergleichsweisegeringen Mengen benötigt wird, müssen keine Versorgungsengpässe befürchtet werden. Die maximal möglichen Entnahmemengen wurden vom WVND bereits definiert und mit Northvolt abgestimmt. Diese verfügbare Menge ist höher als die von Northvolt benötigte Trinkwassermenge. Darüber hinaus arbeitet der Kreis Dithmarschen an einer übergreifenden Wasserstrategie für den gesamten Kreis.

Wird der Wasserbedarf der Batteriezellenfabrik alleine über das Grauwasser gedeckt oder muss zusätzlich Trinkwasser zugeführt werden?

Northvolt: Die Fabrik ist nicht allein durch den o. g. Grauwasserbedarf zu betreiben. Für häusliche Zwecke (Trinkwasser und Sanitär) ist angedacht auch auf Trinkwasser des Wasserverbands Norderdithmarschen (WVND) zurückzugreifen. Neben den oben bereits thematisierten Kühlzwecken würde im Rahmen der Batterieproduktion auch sogenanntes Prozesswasser benötigt. Dieses fungiert beispielsweise als Lösungsmittel für die Anodenproduktion. Hintergrund ­­­ist eine hohe Anforderung an die Reinheit des Prozesswassers. Hier ist jedoch hervorzuheben, dass der Trinkwasserbedarf der Fabrik deutlich geringer als der Grauwasserbedarf ausfällt.

Wie viel Grauwasser wird benötigt die Batteriezellenfabrik bei maximaler Auslastung?

Northvolt: Wir rechnen aktuell mit einem Grauwasserbedarf von maximal 2 Millionen Kubikmeter pro Jahr im hochgelaufenen Zustand der Batteriefabrik. Das Grauwasser wird primär für Kühlzwecke im Rahmen des Produktionsprozesses benötigt. Wir haben seitens Northvolt einen hohen Kühlwasserbedarf, welcher nahezu vollständig mit Grauwasser gedeckt werden könnte. Vorteilhaft für die Bürger/innen und Gemeinden: durch dieses Konzept können Trinkwasser-Ressourcen weitestgehend geschont werden. Zudem ist angedacht, dass Northvolt im Falle einer Ansiedelung in die Solidaritätsgemeinschaft des AZV Heide eintritt und häusliches Abwasser der Fabrik in die öffentliche Kläranlage einleitet. Durch die damit verbundenen Beitragszahlungen Northvolts, ist davon auszugehen dass sich dies positiv auf die Entwicklung der Beiträge der anderen Mitglieder auswirken würden. Dies wäre eine nachhaltige, wie kosteneffiziente Win-Win-Situation.

Wie wird sichergestellt, dass das Batteriezellwerk keinen negativen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Region hat?

Der Wasserbedarf für den Herstellungsprozess liegt klar innerhalb der von den relevanten Wasserverbänden gesetzten Grenzwerte. Für die Kühlwasserbereitstellung arbeitet  Northvolt gemeinsammit dem lokalen Abwasserzweckverband an entsprechenden Lösungen, um eine nachhaltiges Wasserkonzept sicherstellen zu können.

Wie wird eine ausreichende Versickerung auf dem Werksgelände sichergestellt?

Es sollen Regenwasserrückhaltebecken eingeplant werden, die Niederschlagswasser aufnehmen und speichern können. Das gespeicherte Wasser kann z. B. für die Kühlung verwendet werden. Weitere Lösungen sind derzeit in Erabeitung.

Wie sollen möglicherweise weitere Ansiedlungen in der Region mit Wasser versorgt werden?

Der Kreis Dithmarschen arbeitet aktuell zusammenmit den relevanten Wasserversorgern der Region an einer langfristigen Wasserstrategie. Die Planungen von Northvolt  werden Teil der Strategie sein.

Emissionen

Ist während der Bauphase rund um die Uhr mit Baulärm zu rechnen. Welche Ruhezeiten müssen eingehalten werden?

Northvolt: Während der Bauphase sind Northvolt und beauftragte Unternehmen verpflichtet, sich an die gesetzlichen Ruhezeiten halten. Nach unserer aktuellen Planung sind keine Nachtarbeiten sowie auch keine Arbeiten an Samstagen geplant.

Welche Lärm-Richtwerte gelten später für den Fabrikbetrieb?

Northvolt: Bezogen auf sämtliche Emissionen ist Northvolt verpflichtet sich an den gesetzlichen Rahmen  zu halten. Konkret für das Thema Schall bedeutet dies die Richtwerte der TA Lärm einzuhalten.

Ist während der Bauphase mit störenden Lichtemissionen zu rechnen?

Northvolt: Analog zu der Frage bezüglich Schallemissionen während der Bauphase können wir auch hier versichern, dass sich die Bauphase primär in der Zeit von Montag bis Freitag im Rahmen der gesetzlichen Ruhezeiten abspielen würden.

Ist während der Betriebsphase mit störenden Lichtemissionen zu rechnen?

Northvolt: Auch hier wird Northvolt sich an den gesetzlichen Rahmen halten. Anders als beim Thema Schall gibt es jedoch keine konkreten, rechtsverbindlichen Vorschriften. Es wird seitens Northvolt jedoch sichergestellt, dass durch die Fabrik verursachte Lichtemissionen keine erheblichen  Belastungen für die Umwelt darstellen. Des Weiteren wird derzeit von einem Gutachter eine Lichtemissionsprognose erstellt. Mit dieser Datenbasis können gegebenenfalls Maßnahmen zur Minimierung von Emissionen abgeleitet werden.

Sind Geräuschemissionen durch den Fabrikbetrieb zu erwarten?

Ja, es sind Geräuschemissionen zu erwarten. Durch eine doppelte Einhausung der Produktionsprozesse (Rein-/Trockenräume innerhalb der Gebäudehülle) sind die  Geräusche allerdings sehr gering ausgeprägt. Geräuschemissionen entstehen etwa durch die Lüftungsanlagen und den Logistikverkehr. Diese bewegen sich aber im Rahmen der gesetzlichen Regelungen.

Wie können Geräuschemissionen durch Logistikverkehr reduziert werden?

Durch geplanten Schallschutzmaßnahmen wird die Geräuschbelastung maßgeblich reduziert.

Ist mit starken Geruchsemissionen zu rechnen?

Die Batteriezellfertigung ist sehr geruchsarm. Durch Filteranlagen und die doppelte Einhausung der Produktionsprozesse ist von einer geringfügigen Belastung der Umwelt  auszugehen.

Ist von starken Lichtemissionen auszugehen?

Es ist nicht von starken Lichtemissionen auszugehen, da ein Großteil der Werksaktivitäten innerhalb der Produktionsgebäude stattfindet.

Landschaftliche Veränderung / ökologischer Eingriff

Besteht die Möglichkeit, die Flächen nördlich und östlich des geplanten Lärm- und Sichtschutzwalles an der Werk-Ostseite zu Ausgleichsflächen zu machen und so zu bepflanzen, das ein zusätzlicher Sichtschutz entsteht?

Northvolt: Die Flächen innerhalb des Plangebietes können nicht zu offiziellen Ausgleichsflächen gemacht werden. Jedoch wird angestrebt den Schall- und Sichtschutzwall so zu gestalten, dass der Sichtschutz maximiert wird. Eine Bepflanzung mit heimischen Gehölzen (wie bspw. Hasel, Hainbuche, Bergahorn, Stileiche oder Wildapfel) ist bereits Gegenstand der aktuellen Planung.

Wie hoch bzw. tief wird der Lärm- und Sichtschutzwall an der Werk-Ostseite (gegenüber der Ecke Hochfeld/Hochfelder Weg) ausfallen?

Northvolt: Wir gehen aktuell davon aus, dass der Schall- und Sichtschutzwall ca. 3-4 m höher als das Höhenniveau der Straße ausfallen wird. Des Weiteren würde der Wall eine Tiefe von etwa 15 m aufweisen.

Wie wird der Lärm- und Sichtschutzwall an der Werk-Ostseite (gegenüber der Ecke Hochfeld/Hochfelder Weg) bepflanzt?

Northvolt: Er wird wie oben ausgeführt mit heimischen Gehölzen bepflanzt, sodass er sich gut in das Erscheinungsbild der Umgebung einfügt.

Ist entlang des Dellwegs auch ein begrünter Lärm- und Sichtschutzwall geplant/möglich?

Northvolt: Es ist geplant, dass zumindest an einem Teilstück entlang des Dellwegs ein begrünter Schall- und Sichtschutzwall errichtet wird. Weitere Möglichkeiten sind derzeit Gegenstand von Diskussionen.

Welchen Einfluss hat das geplante Werk auf das Landschaftsbild?

Das Werk wird einen Einfluss auf das Landschaftsbild haben. Durch gezielte Maßnahmen (z. B. Baumbepflanzungen o.ä.) soll erreicht werden, dass sich das Werk im Rahmen der Möglichkeiten in das Landschaftbild einfügt.

Wird der Flächenverbrauch und der ökologische Eingriff kompensiert?

Ja, die Gesetzgebung schreibt eine Schaffung von Ausgleichsflächen und / oder spezifizierte Ersatzmaßnahmen vor. Northvolt ist hierzu in Abstimmung mit den entsprechenden Behörden.

Welche Mitwirkung kann den Bewohner:innen bei der Wahl der Außengestaltung der Ansiedlung eingeräumt werden?

Im Zuge des Bauleitplanverfahrens können Bewohner:innen Ideen und Einwände im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung vorbringen. Diese werden dann auf Relevanz und Machbarkeit geprüft.

Fernwärme

Ist ein Fernwärme-Netz geplant?

Northvolt: Northvolt unterstützt die Idee des Aufbaus eines Fernwärmenetzes. Wir rechnen prozessbedingt mit erheblichen Wärmemengen, die an ein mögliches Fernwärmenetz abgegeben werden könnten. Aus unserer Sicht ist die Nutzung dieser Abwärme durch Einspeisung in ein Fernwärmenetz aus ökologischen Gesichtspunkten wünschenswert. Des Weiteren können hier auch die Bürger/innen sowie die Gemeinden profitieren, wie im Folgepunkt erläutert. Hier sehen wir eine weitere Win-Win-Situation.

Können Anwohner von einem möglichen Fernwärmenetz profitieren?

Northvolt: Derzeit erfolgt nach unserer Kenntnis ein Großteil der Wärmeerzeugung – insbesondere im privaten Bereich – über den Energieträger Gas. Ein mögliches Fernwärmenetz könnte die Versorgungssicherheit in der Region erhöhen und sich für Verbraucher auch positiv auf die Kostenseite auswirken. Hierzu sind im Zuge des Projektes weitere konkrete Fachdiskussionen zu führen

Chancen I

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen demographischer Wandel und Wohnen für die angrenzenden Gemeinden und Region?

Das Projekt bietet mit Arbeitsplätzen in einer Zukunftstechnologie die Möglichkeit, dass junge Menschen in der Region bleiben bzw. hinzuziehen. Es wird neuer und qualitativ hochwertiger Wohnraum in der Umgebung sowie entlang der Westküste geschaffen.

Wie wird die Schaffung von ausreichend Wohnraum / Wohngebieten für die notwendigen rund 3.000 Arbeitskräfte sichergestellt?

Die Schaffung von Wohnraum ist eine übergreifende Aufgabe von öffentlicher Hand und privatem Sektor. Aktuell wird an einer regionalen Wohnstrategie gearbeitet. Erste Gespräche mit interessierten Investoren zum Wohnungsbau laufen bereits.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Technologie für die angrenzenden Gemeinden und Region?

Es werden zukunftsfähige Jobs auf allen Qualifikationsebenen geschaffen. Im Zuge der Ansiedlung soll mit regionalen Unternehmen kooperiert werden. Neue Start-up-Unternehmen können entstehen. Insgesamt kann mit dem Projekt ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, der Dekarbonisierung des Mobilitätssektors sowie zur Stärkung der
europäischen/deutschen Wertschöpfungsketten geleistet werden. 

Wie gedenkt Northvolt sich in die Region sozial einzubetten und ggf. mit den Gemeinden an spezifizischen Themen zusammenzuarbeiten?

Northvolt prüft derzeit verschiedene Ideen der Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie der gesamten Region. Konkrete Ideen sind jederzeit willkommen. Eine Berücksichtigung innerhalb eines Durchführungsvertrages ist zu prüfen.

Chancen II

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen Bildung, berufliche Weiterbildung und Kompetenzentwicklung für die angrenzenden Gemeinden und die Region?

Northvolt ist im Austausch mit dem Bildungsministerium, der FH Westküste und lokalen Bildungseinrichtungen zur Entwicklung von neuen Bildungsangeboten rund um den Ausbildungsbereich Batterietechnologie. Es bestehen erste Pläne zur Etablierung einer Batterieakademie an der Westküste.

Ist geplant, die Möglichkeit der Einrichtung eines Betriebskindergartens zu prüfen?

Die Möglichkeit zur Etablierung eines Betriebskindergartens wird geprüft. Northvolt ist an einer übergreifenden Kooperation mit der öffentlichen Hand interessiert.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung für die Verkehrsinfrastruktur und Mobilität in den angrenzenden Gemeinden und der Region?

Im Zuge der Ansiedlung von Northvolt wird ein spezifischer Fokus auf die Ertüchtigung der Marschbahninfrastruktur gelegt und eine bessere Anbindung nach Hamburg forciert. Die lokale Straßen- und Schieneninfrastruktur soll ebenfalls eine Aufwertung erfahren. Die lokale Mobilitätsangebote sollen perspektivisch gestärkt werden.

Welche potenziellen Nutzen durch die Industrieansiedlung sieht Northvolt insbesondere für die Menschen der hauptsächlich betroffenen Gemeinden, die beiläufig ohnehin entstehen oder mit diesen zusammen entwickelt werden können?

Northvolt ist daran interessiert lokale Themen mit der Industrieansiedlung zu verknüpfen und Synergieeffekte und Kooperationen zu identifizieren. Ideen werden jederzeit gerne entgegengenommen.

Chancen III

Welche attraktiven Mobilitätslösungen für Pendelwege sind geplant?

Für den Pendelverkehr zwischen Hamburg und Heide soll die Marschbahn sowie die A23 genutzt werden. Weitere (lokale) Infrastrukturlösungen sind geplant.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung für den Kulturbereich und die Außenwahrnehmung der Region?

Im Zuge der Energiewende in Kombination mit der Ansiedlung von Northvolt ergibt sich für die Westküste und die Region die Chance auf ein Image als nachhaltige  Zukunftsregion Deutschlands. Das Land und die Region werden die Partnerschaft mit Schweden und den schwedischen Northvolt Standorten stärken. Erste Gespräche sind bereits erfolgt.

Ist es beabsichtigt, das Werk und sein Umfeld aktiv zu einer Modellregion zu entwickeln, also Potenziale gemeinsam zu suchen und zu heben?

Northvolt möchte die Fabrik in die Region integrieren und gemeinsam mit der öffentlichen Hand, Partnern und den Menschen vor Ort die nachhaltige Entwicklung der Region aktiv vorantreiben.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Welchen Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten haben die Gemeinden und die weitere Öffentlichkeit im Bauleitplanverfahren?

Die Gemeinden und die weitere Öffentlichkeit werden an der Aufstellung der Bauleitpläne formell in zwei Schritten beteiligt. Im ersten Schritt – der frühzeitigen Beteiligung – wird der Vorentwurf des Bauleitplanes im Rahmen der Veranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am 20.06.2022 im Berufsbildungszentrum Dithmarschen Heide (Rungholtstraße 2 c, 25746 Heide) von dem zuständigen Planungsbüro öffentlich vorgestellt und allen Interessierten Gelegenheit zur Erörterung und Stellungnahme gegeben. Im Anschluss wird der Vorentwurf vom 20.06. bis 11.07.2022 in der Amtsverwaltung Heider Umland (Kirchsspielsweg 6, 25746 Heide / Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Montag, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 16.30 Uhr) ausgelegt. Parallel dazu sind die Unterlagen online über die Website der Amtsverwaltung (https://www.amt-heider-umland.de) sowie über den Digitalen Atlas Nord des Landes Schleswig-Holstein (https://danord.gdi-sh.de/viewer/resources/apps/BuFPlaene/index.html?lang=de#/) abrufbar. In dieser Zeit können alle Interessierten den Vorentwurf einsehen und weitere Stellungnahmen abgeben. Stellungnahmen zu den Planinhalten können schriftlich und zu Protokoll vor Ort in der Amtsverwaltung Heider Umland abgegeben sowie per E-Mail an ina.denker@amt-heider-umland oder per Post an die Amtsverwaltung Heider Umland gesendet werden. Zuvor wurde der Vorentwurf in den Sitzungen der beiden Gemeinden Norderwöhrden (02.06.2022) und Lohe-Rickelshof (09.06.2022) öffentlich vorgestellt und über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung etc. informiert. Der Öffentlichkeit wurde Gelegenheit gegeben, sich zu den Planungen zu äußern und diese mit den Planungsbeteiligten zu erörtern. In einem zweiten Schritt – der öffentlichen Auslegung – werden die Planentwürfe für die Dauer von mindestens einem Monat öffentlich ausgelegt. In dieser Zeit können Interessierte die Planentwürfe in der Amtsverwaltung Heider Umland sowie online einsehen und Stellungnahmen innerhalb der Auslegungsfrist abgeben. Der Termin für die öffentliche Auslegung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Welche Beteiligungsmöglichkeiten sind darüber hinaus geplant?

Neben der formellen Beteiligung im Rahmen der Bauleitplanung wird es weitere Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten zum Ansiedlungsvorhaben der Batteriefabrik geben. Ab dem 13.07.2022 wird als erster Schritt eine regelmäßige Projekt-Sprechstunde mit Verantwortlichen von Northvolt eingerichtet. Weitere Informationen werden zeitnah mitgeteilt.

Sonstige Fragen

Zahlt Northvolt die Gewerbesteuern hier vor Ort?

Northvolt: Ja. Die Gewerbesteuer wird von der Gemeinde, in der ein Unternehmer eine Betriebsstätte unterhält, erhoben. Wenn sich die Betriebsstätte über das Gebiet mehrerer Gemeinden erstreckt, erheben die betreffenden Gemeinden jeweils einen festgelegten Anteil der Gewerbesteuer. Das geplante Batteriezellenwerk wird auf den Gebieten der Gemeinden Lohe-Rickelshof und Norderwöhrden liegen. Nachdem das Batteriezellenwerk in Betrieb gegangen ist, werden die beiden Gemeinden Gewerbesteuer von Northvolt erheben.

Zahlt Northvolt die Körperschaftssteuer hier vor Ort?

Northvolt: Ja, Northvolt wird anteilig Körperschaftssteuer in Schleswig-Holstein zahlen. Anders als die Gewerbesteuer ist die Körperschaftsteuer keine Steuer, die den Gemeinden zusteht, sondern eine Gemeinschaftssteuer, die dem Bund und den Ländern jeweils zur Hälfte zusteht.

Besteht die Möglichkeit, Heide-Hochfeld vom Außenbereich in einen Innenbereich umzuwandeln? Welche Vor- und Nachteile hätte das für die Anwohnerinnen und Anwohner?

Stadt Heide: Die Stadt Heide hat sich noch nicht weiter mit der Fragestellung, ob der Hochfelder Weg in Zukunft Innenbereich werden könnte, auseinandergesetzt. Inwieweit sich das Gebiet Heide-Hochfeld verändert, hängt maßgeblich von der Northvolt-Ansiedlungsentscheidung ab. Die ist allerdings noch nicht gefallen. Von daher können wir derzeit noch nicht genau sagen, welche Auswirkungen eine Umwandlung zum Innenbereich hätte.

Sind im Bereich Heide-Hochfeld weitere Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete geplant – insbesondere südlich und westlich des Hochfelder Wegs?

Northvolt: Eine Erweiterung des bisherigen Plangebietes für die Batterieproduktion ist seitens Northvolt nicht vorgesehen, da die geplante Produktionskapazität am Standort mit den Planflächen erreicht werden kann.


Stadt Heide: Seitens der Stadt Heide sind im Bereich Heide-Hochfeld aktuell keine weiteren Wohn-, Gewerbe- und/oder Industriegebiete geplant.

Wie wird der Brandschutz auf dem Werksgelände sichergestellt?

Northvolt wird alle gesetzlichen Vorgaben zum Brandschutz erfüllen. Aktuell finden dazu Gespräche mit den relevanten Behörden sowie Gutachtern statt. Eine Kooperation mit den Gemeinden sowie mit dem Kreis Dithmarschen wird angestrebt.

Ist geplant, die Abwärme des Werks als Fernwärme für die Anwohner:innen nutzbar zu machen?

Aktuell laufen die Planungen zum Energiekonzept für das Werk. Das Thema Abwärme wird im Zuge der Konzeptionierung mitgedacht. Eine Wärmeversorgung in der Region kann bei entsprechender Infrastrukturplanung eine interessante Option sein.

Wie werden die rund 3000 benötigten Arbeitskräfte rekrutiert?

Für die erste Projektphase laufen die Einstellungen bereits. Die Rekrutierungsstrategie für die industrielle Hochlaufphase des Werkes befindet sich noch in einem frühen Stadium.

Wird die Produktion der Batterien CO2-neutral sein?

Northvolt strebt das langfristige Ziel einer CO2-neutralen Produktion von Batteriezellen am Standort Heide an.

Wann wird die Möglichkeit geschaffen, mit den Kommunalpolitiker:innen und Bürger:innen des schwedischen Standortes in einen Erfahrungsaustausch zu treten?

Es hat bereits einen ersten Austausch zwischen Entwicklungsagentur Region Heide und mit kommunalen Verantwortlichen von anderen Northvolt Standorten gegeben. Weitere regelmäßige Abstimmungen sind geplant.

Naherholung und Naturschutz

Heide-Hochfeld ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Menschen aus der näheren Umgebung, etwa für Jogger, Reiter, Radfahrer sowie Gassi- und Spaziergänger. Besteht die Möglichkeit, den Bereich im Zuge des Northvolt-Projekts aufzuwerten?

Stadt Heide: Im weiteren Verlauf des Ansiedlung wird die Stadt Heide prüfen, ob und inwieweit eine Aufwertung des Gebiets Heide-Hochfeld möglich ist.

Besteht die Möglichkeit, das Biotop (Inselsee) aufzuwerten bzw. in etwaige Planungen zur Verbesserung der Naherholungsqualität miteinzubeziehen?

Stadt Heide: Im weiteren Verlauf des Ansiedlung wird die Stadt Heide prüfen, ob und inwieweit eine Aufwertung des Gebiets Heide-Hochfeld möglich ist.

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