Die Ansiedlung der Batteriefabrik Northvolt ist ein umfangreiches Projekt, das Herausforderungen und Chancen für die Region Heide mit sich bringen wird.

Daher finden Sie auf dieser Seite Antworten zu häufig gestellten Fragen (FAQ – frequently asked questions) rund um die Werksansiedlung. Die FAQ sind ein gemeinsames Informationsangebot der Projektbeteiligten: die Standortgemeinden, das Amt Heider Umland, die Stadt Heide, der Kreis Dithmarschen, die Entwicklungsagentur Region Heide, das Land Schleswig-Holstein und Northvolt. 

Die FAQ werden über den gesamten Planungszeitraum hinweg ergänzt und aktualisiert (Stand 20.06.2022).

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über das Projekt erfahren?

Kontaktieren Sie uns hier !

Erschließung

Ist die Sicherung der benötigten Flächen für die Ansiedlung bereits abgeschlossen?

Die Sicherung der Flächen befindet sich in der finalen Phase. Ein Großteil der Beurkundungen zur Sicherung der Flächen ist bereits erfolgt.

Sind Ausgleichsflächen für die Umwandlung der benötigten Flächen in Industrieflächen vorgesehen?

Ja, es ist gesetzlich klar geregelt, welche Ausgleichsmaßnahmen basierend auf den projektspezifischen Erfordernissen zu treffen sind. Northvolt ist aktuell in Abstimmung mit den entsprechenden Behörden.

Verkehr I – Bauphase

Wie wird die Fläche für den Bauverkehr erschlossen?

Die Zuwegung für den Bauverkehr wird voraussichtlich über die B203 erfolgen.

Wird der Kirchweg für den Bauverkehr genutzt?

Es ist nicht geplant, den Kirchweg für Bauverkehr zu nutzen.

Ist der Bau eines Kreisverkehrs an der Ausfahrt B203 / L155 geplant?

Basierend auf den Ergebnissen des verkehrstechnischen Gutachtens müssen Lösungswege für die unmittelbar angrenzende Verkehrsinfrastruktur erarbeitet werden. Ein  Kreisverkehr ist grundsätzlich Teil des Lösungsrahmens.

Verkehr II - Betriebsphase

Wird es im Zuge der Ansiedlung zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der A23 sowie der B203 kommen?

Im Zuge der Ansiedlung ist sowohl durch Pendlerverkehr als auch durch den Werksverkehr mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Derzeit wird im Auftrag von Northvolt ein Verkehrsgutachten erarbeitet. Auf Basis der Ergebnisse können mögliche Maßnahmen erörtert werden.

Wie kann die verkehrliche Belastung durch LKW in der Betriebsphase reduziert werden?

Northvolt, der Kreis Dithmarschen sowie das Land Schleswig-Holstein setzen sich für einen Gleisanschluss an die Marschbahn nördlich des Werkes ein, um den LKW-Verkehr deutlich zu reduzieren. Dies bedeutet auch einen besseren ökologischen Fußabdruck.

Welche alternativen Lösungen für den Güterverkehr werden in Betracht gezogen, falls ein Gleisanschluss nicht oder erst zeitlich verzögert erfolgt?

Klares Ziel ist ein Gleisanschluss. Mögliche Alternativlösung kann eine direkte LKW-Zuwegung über die B5 sein. Hier müssten noch detailliertere Planungen angestellt werden. 

Wie kann die verkehrliche Belastung durch Pendler reduziert werden? Wird Northvolt dabei auch Forderungen an den örtlichen ÖPNV richten, um Individualverkehr zu reduzieren?

Northvolt setzt sich für eine Stärkung der Marschbahninfrastruktur an der Westküste ein, um eine attraktive Pendelsituation per Zug zu ermöglichen und somit den Autoverkehr zu reduzieren. Zudem hat Northvolt ein starkes Interesse an einem modernen und zuverlässigen örtlichen ÖPNV, um den lokalen Pendlerverkehr zu reduzieren. Im Zuge des Projektes können auch neue Mobilitätskonzepte angedacht werden.

Wasser und Versickerung

Wie wird sichergestellt, dass das Batteriezellwerk keinen negativen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Region hat?

Der Wasserbedarf für den Herstellungsprozess liegt klar innerhalb der von den relevanten Wasserverbänden gesetzten Grenzwerte. Für die Kühlwasserbereitstellung arbeitet  Northvolt gemeinsammit dem lokalen Abwasserzweckverband an entsprechenden Lösungen, um eine nachhaltiges Wasserkonzept sicherstellen zu können.

Wie wird eine ausreichende Versickerung auf dem Werksgelände sichergestellt?

Es sollen Regenwasserrückhaltebecken eingeplant werden, die Niederschlagswasser aufnehmen und speichern können. Das gespeicherte Wasser kann z. B. für die Kühlung verwendet werden. Weitere Lösungen sind derzeit in Erabeitung.

Wie sollen möglicherweise weitere Ansiedlungen in der Region mit Wasser versorgt werden?

Der Kreis Dithmarschen arbeitet aktuell zusammenmit den relevanten Wasserversorgern der Region an einer langfristigen Wasserstrategie. Die Planungen von Northvolt  werden Teil der Strategie sein.

Emissionen

Sind Geräuschemissionen durch den Fabrikbetrieb zu erwarten?

Ja, es sind Geräuschemissionen zu erwarten. Durch eine doppelte Einhausung der Produktionsprozesse (Rein-/Trockenräume innerhalb der Gebäudehülle) sind die  Geräusche allerdings sehr gering ausgeprägt. Geräuschemissionen entstehen etwa durch die Lüftungsanlagen und den Logistikverkehr. Diese bewegen sich aber im Rahmen der gesetzlichen Regelungen.

Wie können Geräuschemissionen durch Logistikverkehr reduziert werden?

Durch geplanten Schallschutzmaßnahmen wird die Geräuschbelastung maßgeblich reduziert.

Ist mit starken Geruchsemissionen zu rechnen?

Die Batteriezellfertigung ist sehr geruchsarm. Durch Filteranlagen und die doppelte Einhausung der Produktionsprozesse ist von einer geringfügigen Belastung der Umwelt  auszugehen.

Ist von starken Lichtemissionen auszugehen?

Es ist nicht von starken Lichtemissionen auszugehen, da ein Großteil der Werksaktivitäten innerhalb der Produktionsgebäude stattfindet.

Landschaftliche Veränderung / ökologischer Eingriff

Welchen Einfluss hat das geplante Werk auf das Landschaftsbild?

Das Werk wird einen Einfluss auf das Landschaftsbild haben. Durch gezielte Maßnahmen (z. B. Baumbepflanzungen o.ä.) soll erreicht werden, dass sich das Werk im Rahmen der Möglichkeiten in das Landschaftbild einfügt.

Wird der Flächenverbrauch und der ökologische Eingriff kompensiert?

Ja, die Gesetzgebung schreibt eine Schaffung von Ausgleichsflächen und / oder spezifizierte Ersatzmaßnahmen vor. Northvolt ist hierzu in Abstimmung mit den entsprechenden Behörden.

Welche Mitwirkung kann den Bewohner:innen bei der Wahl der Außengestaltung der Ansiedlung eingeräumt werden?

Im Zuge des Bauleitplanverfahrens können Bewohner:innen Ideen und Einwände im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung vorbringen. Diese werden dann auf Relevanz und Machbarkeit geprüft.

Chancen I

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen demographischer Wandel und Wohnen für die angrenzenden Gemeinden und Region?

Das Projekt bietet mit Arbeitsplätzen in einer Zukunftstechnologie die Möglichkeit, dass junge Menschen in der Region bleiben bzw. hinzuziehen. Es wird neuer und qualitativ hochwertiger Wohnraum in der Umgebung sowie entlang der Westküste geschaffen.

Wie wird die Schaffung von ausreichend Wohnraum / Wohngebieten für die notwendigen rund 3.000 Arbeitskräfte sichergestellt?

Die Schaffung von Wohnraum ist eine übergreifende Aufgabe von öffentlicher Hand und privatem Sektor. Aktuell wird an einer regionalen Wohnstrategie gearbeitet. Erste Gespräche mit interessierten Investoren zum Wohnungsbau laufen bereits.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Technologie für die angrenzenden Gemeinden und Region?

Es werden zukunftsfähige Jobs auf allen Qualifikationsebenen geschaffen. Im Zuge der Ansiedlung soll mit regionalen Unternehmen kooperiert werden. Neue Start-up-Unternehmen können entstehen. Insgesamt kann mit dem Projekt ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, der Dekarbonisierung des Mobilitätssektors sowie zur Stärkung der
europäischen/deutschen Wertschöpfungsketten geleistet werden. 

Wie gedenkt Northvolt sich in die Region sozial einzubetten und ggf. mit den Gemeinden an spezifizischen Themen zusammenzuarbeiten?

Northvolt prüft derzeit verschiedene Ideen der Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie der gesamten Region. Konkrete Ideen sind jederzeit willkommen. Eine Berücksichtigung innerhalb eines Durchführungsvertrages ist zu prüfen.

Chancen II

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung in den Bereichen Bildung, berufliche Weiterbildung und Kompetenzentwicklung für die angrenzenden Gemeinden und die Region?

Northvolt ist im Austausch mit dem Bildungsministerium, der FH Westküste und lokalen Bildungseinrichtungen zur Entwicklung von neuen Bildungsangeboten rund um den Ausbildungsbereich Batterietechnologie. Es bestehen erste Pläne zur Etablierung einer Batterieakademie an der Westküste.

Ist geplant, die Möglichkeit der Einrichtung eines Betriebskindergartens zu prüfen?

Die Möglichkeit zur Etablierung eines Betriebskindergartens wird geprüft. Northvolt ist an einer übergreifenden Kooperation mit der öffentlichen Hand interessiert.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung für die Verkehrsinfrastruktur und Mobilität in den angrenzenden Gemeinden und der Region?

Im Zuge der Ansiedlung von Northvolt wird ein spezifischer Fokus auf die Ertüchtigung der Marschbahninfrastruktur gelegt und eine bessere Anbindung nach Hamburg forciert. Die lokale Straßen- und Schieneninfrastruktur soll ebenfalls eine Aufwertung erfahren. Die lokale Mobilitätsangebote sollen perspektivisch gestärkt werden.

Welche potenziellen Nutzen durch die Industrieansiedlung sieht Northvolt insbesondere für die Menschen der hauptsächlich betroffenen Gemeinden, die beiläufig ohnehin entstehen oder mit diesen zusammen entwickelt werden können?

Northvolt ist daran interessiert lokale Themen mit der Industrieansiedlung zu verknüpfen und Synergieeffekte und Kooperationen zu identifizieren. Ideen werden jederzeit gerne entgegengenommen.

Chancen III

Welche attraktiven Mobilitätslösungen für Pendelwege sind geplant?

Für den Pendelverkehr zwischen Hamburg und Heide soll die Marschbahn sowie die A23 genutzt werden. Weitere (lokale) Infrastrukturlösungen sind geplant.

Welche Chancen ergeben sich durch die Ansiedlung für den Kulturbereich und die Außenwahrnehmung der Region?

Im Zuge der Energiewende in Kombination mit der Ansiedlung von Northvolt ergibt sich für die Westküste und die Region die Chance auf ein Image als nachhaltige  Zukunftsregion Deutschlands. Das Land und die Region werden die Partnerschaft mit Schweden und den schwedischen Northvolt Standorten stärken. Erste Gespräche sind bereits erfolgt.

Ist es beabsichtigt, das Werk und sein Umfeld aktiv zu einer Modellregion zu entwickeln, also Potenziale gemeinsam zu suchen und zu heben?

Northvolt möchte die Fabrik in die Region integrieren und gemeinsam mit der öffentlichen Hand, Partnern und den Menschen vor Ort die nachhaltige Entwicklung der Region aktiv vorantreiben.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Welchen Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten haben die Gemeinden und die weitere Öffentlichkeit im Bauleitplanverfahren?

Die Gemeinden und die weitere Öffentlichkeit werden an der Aufstellung der Bauleitpläne formell in zwei Schritten beteiligt. Im ersten Schritt – der frühzeitigen Beteiligung – wird der Vorentwurf des Bauleitplanes im Rahmen der Veranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am 20.06.2022 im Berufsbildungszentrum Dithmarschen Heide (Rungholtstraße 2 c, 25746 Heide) von dem zuständigen Planungsbüro öffentlich vorgestellt und allen Interessierten Gelegenheit zur Erörterung und Stellungnahme gegeben. Im Anschluss wird der Vorentwurf vom 20.06. bis 11.07.2022 in der Amtsverwaltung Heider Umland (Kirchsspielsweg 6, 25746 Heide / Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Montag, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 16.30 Uhr) ausgelegt. Parallel dazu sind die Unterlagen online über die Website der Amtsverwaltung (https://www.amt-heider-umland.de) sowie über den Digitalen Atlas Nord des Landes Schleswig-Holstein (https://danord.gdi-sh.de/viewer/resources/apps/BuFPlaene/index.html?lang=de#/) abrufbar. In dieser Zeit können alle Interessierten den Vorentwurf einsehen und weitere Stellungnahmen abgeben. Stellungnahmen zu den Planinhalten können schriftlich und zu Protokoll vor Ort in der Amtsverwaltung Heider Umland abgegeben sowie per E-Mail an ina.denker@amt-heider-umland oder per Post an die Amtsverwaltung Heider Umland gesendet werden. Zuvor wurde der Vorentwurf in den Sitzungen der beiden Gemeinden Norderwöhrden (02.06.2022) und Lohe-Rickelshof (09.06.2022) öffentlich vorgestellt und über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung etc. informiert. Der Öffentlichkeit wurde Gelegenheit gegeben, sich zu den Planungen zu äußern und diese mit den Planungsbeteiligten zu erörtern. In einem zweiten Schritt – der öffentlichen Auslegung – werden die Planentwürfe für die Dauer von mindestens einem Monat öffentlich ausgelegt. In dieser Zeit können Interessierte die Planentwürfe in der Amtsverwaltung Heider Umland sowie online einsehen und Stellungnahmen innerhalb der Auslegungsfrist abgeben. Der Termin für die öffentliche Auslegung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Welche Beteiligungsmöglichkeiten sind darüber hinaus geplant?

Neben der formellen Beteiligung im Rahmen der Bauleitplanung wird es weitere Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten zum Ansiedlungsvorhaben der Batteriefabrik geben. Ab dem 13.07.2022 wird als erster Schritt eine regelmäßige Projekt-Sprechstunde mit Verantwortlichen von Northvolt eingerichtet. Weitere Informationen werden zeitnah mitgeteilt.

Sonstige Fragen

Wie wird der Brandschutz auf dem Werksgelände sichergestellt?

Northvolt wird alle gesetzlichen Vorgaben zum Brandschutz erfüllen. Aktuell finden dazu Gespräche mit den relevanten Behörden sowie Gutachtern statt. Eine Kooperation mit den Gemeinden sowie mit dem Kreis Dithmarschen wird angestrebt.

Ist geplant, die Abwärme des Werks als Fernwärme für die Anwohner:innen nutzbar zu machen?

Aktuell laufen die Planungen zum Energiekonzept für das Werk. Das Thema Abwärme wird im Zuge der Konzeptionierung mitgedacht. Eine Wärmeversorgung in der Region kann bei entsprechender Infrastrukturplanung eine interessante Option sein.

Wie werden die rund 3000 benötigten Arbeitskräfte rekrutiert?

Für die erste Projektphase laufen die Einstellungen bereits. Die Rekrutierungsstrategie für die industrielle Hochlaufphase des Werkes befindet sich noch in einem frühen Stadium.

Wird die Produktion der Batterien CO2-neutral sein?

Northvolt strebt das langfristige Ziel einer CO2-neutralen Produktion von Batteriezellen am Standort Heide an.

Wann wird die Möglichkeit geschaffen, mit den Kommunalpolitiker:innen und Bürger:innen des schwedischen Standortes in einen Erfahrungsaustausch zu treten?

Es hat bereits einen ersten Austausch zwischen Entwicklungsagentur Region Heide und mit kommunalen Verantwortlichen von anderen Northvolt Standorten gegeben. Weitere regelmäßige Abstimmungen sind geplant.

Zurück