Besuch aus Brüssel: Europaabgeordneter Rasmus Andresen informiert sich über Energiewende-Projekte

Der "Energiewende-Projektbaukasten" ENTREE100 der Entwicklungsagentur umfasst mittlerweile ein Netzwerk zahlreicher Partner aus ganz Europa. Anlässlich der Bewilligung des jüngsten Projektes WESTKÜSTE100, informierte sich der Europaabgeordnete Rasmus Andresen (zweiter von rechts) über das geplante System der Wasserstoffwirtschaft und Sektorenkopplung.

Eine bestmögliche Verknüpfung von Wirtschaft, Klimaschutz und regionaler Entwicklung - das ist das Ziel der Entwicklungsagentur Region Heide. Unter dem Projektdach ENTREE100 treibt die 2013 gegründete Agentur derzeit die Umsetzung verschiedener Energiewende-Vorhaben voran. Hierzu zählen beispielsweise die Projekte KEROSyN100 (Herstellung synthetischen Flugtreibstoffs), QUARREE100 (energetische Transformation eines Stadtquartiers) und das Reallabor WESTKÜSTE100 (Aufbau CO2-freier Wertschöpfungsketten im industriellen Maßstab).

Insbesondere das Vorhaben WESTKÜSTE100, das im Sommer 2020 als erstes Reallabor der Energiewende im Bereich Sektorenkopplung/Wasserstofftechnologien vom BMWI die offizielle Förderzusage in Höhe von 30 Mio. Euro erhielt, stößt auch im europäischen und internationalen Raum auf großes Interesse.

Aus diesem Grund informierte sich am 4. November der Europaabgeordnete Rasmus Andresen (Bünding 90/Die Grünen) über den integrierten Ansatz des Reallabors. Andresen ist u. a. tätig im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments. Entsprechend liegt WESTKÜSTE100 genau im Fokus des Flensburger Abgeordneten, denn das Projekt zielt darauf ab, den reichlich vorhandenen Grünstrom der Westküste in die industriellen Prozesse der Raffinerie Heide zu integrieren. Hinzu kommt die Einbindung weiterer Partner aus der Industrie, z. B. des Zementwerks der Fima Holcim in Lägerdorf.

Das Ziel: Kolenstoffdioxid, das bei der Zementproduktion anfällt, wird in der Raffinerie Heide mit aus Grünstrom erzeugtem Wasserstoff zusammengebracht. Vereinfacht gesprochen können auf diese Weise synthetische Treibstoffe erzeugt werden, die frei von vormals fossilen Kohlenwasserstoffen sind. Das Ergebnis dieser Kopplung des Strom- und Industriesektors ist eine Produktions- und Wertschöpfungskette, die das Klima schützt und neue Arbeitsplätze schafft.

Neben Gesprächen mit Dirk Burmeister, Vorstand der Entwicklungsagentur und Arne Stecher, Prokurist und Business Development Manager bei Holcim Deutschland, machte sich Andresen auch ein Bild von den Arbeitsschwerpunkten der FH Westküste. Diese stellte Prof. Dr. Michael Berger vor und berichtete insbesondere von den Forschungsaktivitäten des Instituts für die Transformation des Energiesystems (ITE).

Nach dem Besuch in der Entwicklungsagentur folgte ein Rundgang über den Campus der FH Westküste und ein Treffen mit der Präsidentin Prof. Dr. Katja Kuhn. Zum Abschluss besuchte Rasmus Andresen das Lehr- und Ausstellungsgebäude der Fachhochschule. Hier können verschiedenste Systeme im Bereich innovative Gebäudetechnik im "Live-Betrieb" besichtigt werden.

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