HySCALE100
HySCALE100 ist ein reines Industrieprojekt, in dem die EARH eine begleitende und unterstützende Rolle im Rahmen der Wirtschaftsförderung wahrnimmt. Die EARH ist kein offizieller Partner im Projekt, hat die Förderantragsskizze jedoch federführend in die Wege geleitet und die Projektpartner vereint.
An der Westküste Schleswig-Holsteins herrschen strategische Standortbedingungen für die Erzeugung industrieller Wasserstoffmengen aus Erneuerbaren Energien. Vor der Küste liegen Deutschlands größte Offshore Windparks mit weiterem Ausbaupotential und Onshore sind bereits mehr als 5 GW Erzeugungskapazität errichtet. Zudem sind dort bedeutende Industriestandorte mit hohem Bedarf an Wasserstoff, chemischen Grundstoffen und CO₂ Einsparpotential angesiedelt.
In HySCALE100 wird in der Produktionskette der existierenden Zement-, Chemie- und Raffinerieanlagen eine grüne Wasserstoffproduktion mit einer Leistung von 2,125 GW vorgelagert. Die Zementanlage wird mittels eines Oxyfuel-Prozesses (Verbrennung mit reinem Sauerstoff anstelle von Luft) und einer Kohlenstoffdioxid(CO₂)-Abscheidung aufgerüstet. Die bestehende Chemie-Anlagen der Raffinerie Heide werden mit einer CCU-Anlage (Carbon Capture and Utilization) aufgerüstet. Diese Anlage filtert das CO2 aus dem Betrieb der Raffinerie, sodass es weiterverwendet werden kann. Das gefilterte CO₂ wird mit dem erzeugten grünen Wasserstoff in einer Methanolsynthese zu grünem Methanol umgewandelt.
Ein Teil des Methanols wird als grüner Treibstoff (e-Fuel) für Pkw‘s / Lkw’s auf dem Markt platziert, der andere Teil wird einer „Methanol-zu-Olefine“-Anlage (MTO) für die Weiterverarbeitung zugeführt. Mittels dieser MTO-Anlage können spezielle Chemikalien (z.B. Propylen, Ethylen) erzeugt werden, die wiederum in zahlreichen Sektoren zur Dekarbonisierung benötigt werden (z.B. Konsumgüter, Elektronik, Pharmazie, Möbel, Sportartikel, Agrarwirtschaft, Automobil oder Textil). Für alle diese Stoffe ist Rohöl der Ausgangsstoff zur Produktion. Dadurch kann der bisherige Ausgangsstoff Rohöl durch das neue grüne Methanol für diese Produktionskette ersetzt werden.
Eine zwischen der Elektrolyse und den weiteren Produktionsanlagen geschaltete Salzkaverne der Raffinerie Heide erlaubt eine temporäre Wasserstoff- H₂)-Speicherung. es, durch eine temporäre Wasserstoff (H₂)-Speicherung dem Elektrolyseur in seiner Leistung der schwankenden Stromerzeugung zu folgen, während die nachgeschalteten Produktionsanlagen mit konstanter Last betrieben werden können.
Der bei der Elektrolyse gewonnene Sauerstoff dient in der Zementanlage dem Betrieb der Oxyfuel-Anlage und wird zur sauberen Verbrennung eingesetzt.